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Quelle: Sonderverein Feldfarbentauben
Die Feldfarbentauben sind eine recht alte deutsche Rasse.
Erste Erwähnung fand sie 1869, als sie auf dem 1. Geflügelzüchtertag in Dresden ausgestellt wurde.
Auch O.Wittig beschreibt in seinem Mustertaubenbuch von 1922 die Feldfarbentaube, und belegt deren Herkunft in Thüringen und Sachsen Zu dieser Zeit wurde diese Taube auch als weißbindige Feldtaube oder als Thüringer Feldfarbentaube bezeichnet, so wie es im Ausland immer noch üblich ist.
Nach den Wirren des 2. Weltkrieges wurden die Züchter der FFT, welche wohl größtenteils im Entstehungsgebiet zu finden waren, in der damaligen DDR in der SZG seltene Farbentauben betreut und geführt.
Dem Namen schon zu entnehmen gehört die Rasse figürlich zu den Feld- und farblich zu den Farbentauben.
Und da sie, bis auf die rassetypischen und ausschließlich weißen Binden oder Schuppung, keine weitere Zeichnungen aufweißt, stellt die Ausprägung der Farbe in sämtlichen Farbenschlägen ein hohes Kriterium dar.
Der Blickfang der Feldfarbentaube ist aber die weiße Zeichnung, welcher somit eine enorme
Bedeutung zukommt. Je nach Farbenschlag bildet diese einen mehr oder weniger starken Kontrast zur Grundfarbe, entsprechend schwierig gestaltet sich dadurch auch die Reinheit der Binden und der Schuppung. Aber auch parallel geführte Binden mit guter Trennung sind Qualitätsmerkmale, die nicht so leicht zu erreichen oder in der Zucht zu halten sind.
Zackige Bindenführung ist ein Übel, welches sich schnell einschleicht, und schwer in den Griff zu bekommen ist.
Die Länge der 1. Binde ist meist ohne Tadel, und vor Extremforderungen bei der zweiten sei gewarnt, die Schwingenfarbe wird es uns danken!
Bei den Geschuppten wird eine Dreiecksschuppung verlangt, die sich im Idealfall gleichmäßig über das Flügelschild verteilt und rein weiß sein sollte.
Eine Schuppungszeichnung auf dem Rücken wird toleriert, ist sie doch von außen kaum sichtbar. Wenn es jedoch über den Flügelbereich hinaus in den Nacken hinein geht, muss
entsprechend abgestuft werden.
Die Farb- und Zeichnungspalette unserer Feldfarbentauben ist recht breit, aber sehr über-sichtlich, und hält somit für jeden Geschmack etwas bereit. Die bindige Variante gliedert sich wie folgt:
Die Schwarzen , welch durch ihre satte und lackreiche, mit viel Grünglanz versehenen Grundfarbe, einen herrlichen Kontrast zu den weißen Binden darstellen.
Dann die Roten, der wohl schwierigste Farbenschlag in unserer Familie, aber einer, der viel Potenzial für Könner bereithält ! Ihnen folgen die Gelben, welche in den letzten 3 Jahren einen ungemeinen Aufschwung erlebt haben, und in jeglichen Kriterien höchsten Ansprüchen genügen.
Isabellfarbig ist unser jüngster Farbenschlag, und besticht durch seine cremige Farbe. Hier bedarf es jedoch noch einer größeren Zuchtbreite, um den Bestand auf Dauer zu sichern.
Die Blauen sind wohl die ältesten unserer Rasse, sie werben mit einem gleichmäßigem schönen Taubenblau, verbunden mit den weißen Binden, welche ihren Abschluss in einem schmalen aber kräftig schwarzen Saum finden.
Das Hellblau findet man nicht sehr oft in der Farbentauben-Familie, versprüht aber speziell in unserer Rasse seinen eigenen Reiz.
Durch sein zartes hellblau, den stark aufgehellten Schwingen und Schwanz (bei 1,0 fast weiß)
dem matten Grünglanz auf dem Hals und weiße Binden, welche qualitativ sehr gut ausgeprägt sind, haben sich viele Anhänger gefunden.
So stellen sich die 6 Grundfarben unserer Rasse dar.
Bis auf die Isabellfarbigen, und das soll wegen des geringen Farbkontrastes zur Zeichnung auch so bleiben, gibt es alle erwähnten auch in der weißgeschuppten Variante.
Die größte Verbreitung erreichten hier die blau weißgeschuppten, allerdings nicht vergleichbar mit den Luchstauben im selben Farbenschlag; gefolgt von den Schwarzen, welche in Vollendung eine Augenweide für jedes Züchterherz darstellen!
Alle anderen geschuppten Farbenschläge muss man als Raritäten betrachten und auch dementsprechend behandeln.
Als weitere Seltenheit muss man FFT mit Rundhaube bezeichnen!
Jahrelang verschollen und auf Sonderschauen nicht mehr zu sehen, bekam man durch die Initiative einiger aktiver Züchter in den letzten 4 Jahren wieder einzelne Tiere zu Gesicht.
Es waren Schwarze (bindig und geschuppt), gelbe und gar isabellfarbige Bindige.
Aber leider werden sie nur als Zweit- oder Nebenrasse gezüchtet, und erhalten somit nicht die
uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Eine dankbare Aufgabe für interessierte Züchter !
Figürlich wird neben der schon anfangs erwähnten kräftigen Feldtaubenfigur mit fast waagerechtem Stand ein mittellanger kräftig aus den Schultern kommender Hals gewünscht, der dann in einen länglich runden Kopf mit entsprechender Stirnwölbung übergehen soll.
Je mehr und je harmonischer sich der Hals verjüngt, umso weniger Probleme bereitet dabei
Die Kopfrundung. Denn ein lästiges Überbleibsel aus den z.T. vorgenommenen Luchstauben-
Einkreuzungen ist ein loser und breiter Nackenabgang, der den Kopf zusätzlich verlängert und flach wirken lässt. Dies stört erheblich den sonst eleganten Gesamteindruck!
Enganliegendes straffes Gefieder und eine gute Rückendeckung verstehen sich von selber.
Neben der Eleganz mit ihrer erhaltenen Natürlichkeit, ist die ungebrochene Vitalität der Garant für die beispiellose Zuchtfreudigkeit. Bis zu 6 Bruten bei bester Befruchtung und problemloser Aufzucht beider Gelegeinsassen, manchmal sogar von zusätzlich beigelegten oder zugeflogenen Jungtieren, sind keine Seltenheit!
Die Jungen sind sehr frohwüchsig und bereiten dem Züchter schon früh viel Freude!
Unsere Rasse ist in ihrem Wesen sehr temperamentvoll und ungemein flugfähig, sie ist damit
Bestens für den Freiflug geeignet!
Aber auch die Volierenhaltung, heute von den meisten Züchtern praktiziert, birgt keinerlei Probleme! Hier bekommt man sie bei intensiver Betreuung sogar bis zur Handfütterung.
Rene` Zollitsch / Wiegleben
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